Der Platzsprecher als Erfolgsfaktor

Der Platzsprecher als Erfolgsfaktor

Ihre Bedeutung ist meist völlig unterschätzt - dabei erfüllen Platzsprecher zahlreiche wichtige Funktionen, die für das Gelingen eines tollen Events notwendig sind. Mit Wolfgang Bankowsky vermittelt ein Experte im Rahmen des Vereinscoachings die wesentlichen Tipps. Nach der erfolgreichen Premiere in Neukirchen/Enknach bietet der OÖ FUSSBALLVERBAND nun erneut einen kostenlosen Workshop an, der am 17. November in Pregarten stattfindet. Details und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es HIER. Einen Rückblick auf die erste Veranstaltung und Gründe für den Platzsprecher als Erfolgsfaktor liefert Referent Bankowsky im folgenden Bericht . . .

 

Platzsprecher erfüllen eine wichtige Funktion im Spielgeschehen ihrer Vereine - und sind ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor, wenn es um die reibungslose Abwicklung eines attraktiven Events geht. Sie sind Sprachrohr des Klubs, rücken die Sponsoren ins richtige Licht, sind verlängerter Arm des Schiedsrichters und der Exekutive oder halten Kontakt zu den Fangruppen. Vor allem aber präsentieren sie die Fakten rund um das Match, schlüpfen so in die Rolle des Informanten, aber nie in jene des Hauptdarstellers! Das sind und bleiben die Fußballer am Feld. Alle Profileigenschaften des Platzsprechers sowie Tipps und Moderationsvorlagen vermittelt Wolfgang Bankowsky als Sprecher mit 35 Jahren Bundesliga-Erfahrung in den Vereinscoaching-Workshops. Die Premiere fand mit 28 Teilnehmern im September in Neukirchen/Enknach statt, aufgrund der großen Nachfrage wird nun sogar eine weitere Veranstaltung im Zentralraum angeboten.

 

Die Basisanforderungen
Die Veranstaltung brachte für die Teilnehmer viele zusätzliche und auch neue Erkenntnisse und Einblicke in Situationen, die vielleicht noch nicht passiert sind, aber jederzeit für die " Voices" zu meistern sind. Neben Basisanforderungen an einen Sprecher standen außerdem Tipps für die Stimm-Fitness an der Tagesordnung - und alle wesentlichen Informationen können zudem in schriftlicher Form in einem eigenen Skriptum nachgelesen werden. Dass etwa auch Kontakte mit den Schiedsrichtern vor dem Match oder mit der Exekutive durchaus vorteilhaft und manchmal sogar erforderlich sein können, wurde vom in Neukirchen anwesenden Schiedsrichter Peter Oberlaber bestätigt: "Es ist für uns vorteilhaft, den Sprecher zu kennen und zu wissen, wo er seinen Sprechplatz hat, um ihm auch etwas signalisieren zu können. Im positiven Fall ist das die mit den Fingern gezeigte Nachspielzeit als Service, im Ernstfall können das Hinweise sein, dass er an das Publikum sofort eine Warnung ausspricht, wenn etwa Unruheherde für Störungen sorgen."

 

Perfekte Vorbereitung notwendig

Die halbe Miete für eine erfolgreiche Abwicklung des Spiels ist die gewissenhafte Vorbereitung, die dem Sprecher Stress erspart, wenn kurz vor dem Anpfiff oder in der Pause noch unvorhergesehene Wünsche für Durchsagen oder Einspielungen an ihn herangetragen werden. Ausführlich behandelt wurden das Zeitschema der Vorbereitung und dessen zu moderierende Inhalte vor jedem Match mit dem Mix aus Begrüßung, Musikbrücken, Werbeeinspielungen, Aufstellungen, Aussprache komplizierter Namen, Ball- und Spielsponsoren.

Dazu bereicherten Beispiele aus der langjährigen Sprechererfahrung des Vortragenden den Vortrag. Ansage-Tipps und motivierende Betonungen für das eigene Team beziehungsweise faire Ansage des Gästeteams zeigten die feinen Nuancen auf, mit denen der Sprecher die Stimmung im Stadion belebt.

 

Jedes Match ein Mini-Event

Ein Höhepunkt des Workshops war das Thema "Sound-Design". Darin geht es um ein flexibles Programm, das Werbung, Musikauswahl, Moderation im Zeitschema vor dem Spiel, zur Pause und nach dem Spiel, auf einen Nenner bringt. Vor allem erzeugen die Sprecher damit eine durchgängige Linie, die in einer Saison dem Publikum beziehungsweise dem eigenen Anhang "ins Ohr geht" und Signale setzt, die nicht moderiert werden müssen, aber anzeigen: Jetzt kommt die Aufstellung, jetzt erfolgt der Einlauf, jetzt singen wir mit . . . Diskutiert wurde etwa, dass so ein Sound-Design oder Sound-Layout bei einem Spiel mit Vorspiel der Reserven und nur einer Viertelstunde Zeitfenster von den Zeitabläufen her anders aussieht als vor einem Meisterschaftsspiel ohne Vorspiel oder einem Cupspiel. Das gute Konzept ist hier flexibel, dennoch weiß der Sprecher bei jedem Musik-, Werbe- oder Moderationsblock immer, wie viel Zeit noch bis zum Anpfiff bleibt. Die Musiklinie - Intro vor der Begrüßung, Intro vor den Aufstellungen, Einlaufmusik/Fanfare, Vereinshymne zum Mitsingen - soll aber immer gleich sein. Der Wiedererkennungswert macht dann die Stimmung. Flexibel austauschbar sind in jedem Sound-Layout die Werbeeinspielungen/Moderationen, die jeweils eine der eingeplanten Musikbrücken ersetzen.

 

Einige Tabus

Der Grundsatz, den jeweiligen Gegner stets als Gast zu behandeln und die Fairness auch als Moderator vor alles andere zu stellen, wurde ebenso angesprochen wie die Unsitte, Schiedsrichter-Entscheidungen zu kommentieren.

Oberlaber: "Ich habe informiert, dass dafür Geldstrafen drohen." Tatsächlich gibt es Sprecher, die es nicht unterlassen können, Tatsachenentscheidungen negativ zu kritisieren und als Fehlentscheidungen über das Mikrofon hinzustellen. Mit guten und negativen Moderationsbeispielen für jede Match-Situation bis hin zu Krisenmoderationen, Lenkeraufrufen, Service-Moderationen bei Spielunterbrechungen und vielen Anekdoten aus dem großen Erfahrungsschatz von Wolfgang Bankowsky gingen zwei kurzweilige Stunden zu Ende.

 

Foto: Land OÖ