Gut gerüstet für den Ernstfall

Gut gerüstet für den Ernstfall

In einer langen Herbstsaison ist der Körper eines Fußballers mit vielen Belastungen konfrontiert. Umso wichtiger ist eine professionelle Verletzungsprophylaxe, für die einige Grundlagen auch in der Vorbereitungszeit bis zum Start in die Frühjahrsmeisterschaft gelegt werden können, wie Sportarzt Dr. Ronald Ecker erklärt . . .

 

Wann tut man sich weh? Wenn die einwirkende Belastung höher ist als die Belastbarkeit des Körpers. Entweder durch eine einmalige starke Belastung oder durch viele kleine Belastungen - dann spricht man von "Überlastungsschaden". Eine optimale körperliche und auch mentale Fitness vermindert das Risiko von Verletzungen, natürlich kann auch eine hohe Fitness Verletzungen nicht ausschließen. Selbst ein gestählter Körper kann manch intensiven Gegnereinwirkungen nicht standhalten.

Tipps für den Fußball-Alltag
Im Leben gibt es keine Garantien, es geht immer um Wahrscheinlichkeiten. Es gibt jedoch ein paar praxisrelevante Tipps, um die Verletzungswahrscheinlichkeit zu mindern beziehungsweise um im Verletzungsfall gute Voraussetzungen für eine rasche Rehabilitation zu schaffen.

  • Ganzjähriges Grundlagenausdauer-Training dient der rascheren Regeneration zwischen sportlichen Belastungen, darf jedoch natürlich der Schnelligkeit und "Spritzigkeit" des Fußballers nicht schaden.
  • Gutes Aufwärmen kann zumindest die nicht vom Gegner verursachten Verletzungen reduzieren. Eine höhere Gewebstemperatur macht auf jeden Fall geschmeidiger und somit widerstandsfähiger.
  • Es mag zwar gebetsmühlenartig immer wieder wiederholt werden, aber eine optimale muskuläre Balance ist nun einmal wirklich effizient. Erreicht wird diese durch regelmäßiges Krafttraining, also Hypertrophie-Training an Geräten sowie funktionelles Training, und durch Stretchen. So kontrovers das Dehnen diskutiert wird, ein gewisses Bewegungsausmaß ist allerdings notwendig, um zum Beispiel beim Tackling Zerrungen zu vermeiden.
  • Entsprechende Versorgung mit Mikronährstoffen (Magnesium, Coenzym Q 10, Vitamin C, Zink, essentielle Aminosäuren,…) trägt zur guten Gewebsqualität bei. Idealerweise bestimmt man den Mikronährstoffstatus vor Substitution mit einer (Voll-)Blutanalyse.

PECH-Regel beachten
Wenn es dann doch zu einer Verletzung kommt, dann möglichst rasches Anwenden der PECH-Regel, welche ja allgemein bekannt ist, dennoch häufig vernachlässigt wird. Pause und Eisanwendung wird ja instinktiv durchgeführt, vergessen wird leider auf die Compression und auf das Hochlagern. Alle vier Punkte dienen der Vermeidung von Einblutungen und Gewebsödemen, sind somit entscheidend für die Dauer der anschließenden Rehabilitationsphase. Die Rehabilitation nach gröberen Verletzungen kann nur multimodal erfolgen: Eine einzige Therapiemethode ist zu wenig, die gezielte Kombination verschiedener Therapien ist jedoch hocheffizient.