Neue Chancen dank neuer Medien

Neue Chancen dank neuer Medien

Social Media Marketing bekommt bei Fußballvereinen einen immer höheren Stellenwert. Experte Thomas Plasser von GLOBAL SPORTS hat bei einem Vereinscoaching-Workshop nicht nur die Vorteile von Facebook & Co. aufgezeigt, sondern auch die Risiken . . .

 

Seit Jahren boomen neue Medien - mittlerweile sind alleine in Österreich über 3,4 Millionen User auf Facebook aktiv. Diesen Trend hat natürlich die Wirtschaft längst erkannt und nutzt verschiedene Social Media-Plattformen für Marketingaktivitäten, da diese für Werbung, PR und Imagepflege große Chancen bietet, weil auf diese Weise ein breites Publikum schnell und kostengünstig angesprochen und eine direkte Verbindung zwischen Unternehmen und Kunden hergestellt werden kann. Neben den professionellen Fußballklubs, die immer mehr zu Fußballunternehmen mutieren, müssen sich aber auch Amateurvereine immer besser präsentieren und darstellen um wirtschaftliche Ziele zu erreichen, weshalb Social Media immer wichtiger wird.   Die Ziele, die dabei realisiert werden können, sind oft ähnlich wie bei Unternehmen und können von großer Bedeutung sein: Steigerung der Bekanntheit und des Images, Fanbindung, zusätzlicher Service für bestehende Sponsoren, Zusatzanreiz bei der Akquise neuer Sponsoren, Bewerbung von Veranstaltungen und/oder weiterer individueller Ziele. Kurz gesagt, bietet Social Media die Möglichkeit, der Öffentlichkeit, Fans und Sponsoren eine dosierte Mischung aus Information und Entertainment anzubieten und diese mitdiskutieren zu lassen.

 

Eckpunkte einer Strategie

Bei allen Chancen und Vorteilen sei aber auch auf Limitierungen beziehungsweise Risiken hingewiesen. Erstens besteht die Gefahr eines Imageverlusts bei einem schlechten Online-Auftritt. Die eine Stimme des Klubs hat keine Chance gegen hunderte oder tausende Stimmen von Usern und da sich negative Kritik acht Mal schneller verbreitet als positive besteht die Gefahr, bei Verfehlungen einen sogenannten " Shit-Storm" aus schädigenden Kommentaren auszulösen. Daher bedarf es einer klaren Social Media-Strategie um die Risiken zu vermeiden und um die Chancen zu nutzen und die Ziele zu erreichen. Allerdings gibt es nicht die eine Strategie, die immer zum Erfolg führt. Vielmehr muss jedes Unternehmen beziehungsweise jeder Verein für seine Situation und Bedürfnisse die richtigen Maßnahmen wählen und umsetzen. Für den Weg zur individuellen Social Media-Strategie gibt es aber einen Ablaufplan mithilfe dessen die wichtigsten Eckpunkte definiert werden sollten. Vereinfacht besteht dieser aus fünf Stufen:

 

  • Analyse der Ausgangssituation: Dabei werden die bisherigen Marketingaktivitäten betrachtet und wie Social Media-Marketing diese unterstützen kann. Außerdem muss klar sein, wer die Zielgruppe bildet, und bei den Verantwortlichen muss ein gewisses Verständnis für Social Media-Marketing geschaffen werden.
  • Zielsetzung: Allen Verantwortlichen muss klar sein, welche Ziele mit dem Einsatz von neuen Medien erreicht werden sollen. Soll den Fans oder den Sponsoren ein Zusatznutzen geboten werden oder sollen vielleicht sogar die Einnahmen des Vereins durch Merchandising oder Ticketverkauf erhöht werden? Egal welche Ziele ein Verein verfolgt - wichtig ist, dass die Ziele klar definiert werden, messbar und überprüfbar sind und mit den vorhandenen Ressourcen - sowohl personell als auch finanziell - erreichbar sind.
  • Strategieentwicklung und -auswahl: Im vielleicht wichtigsten Schritt geht es sowohl darum die richtigen Online-Kanäle wie auch die Maßnahmen auszuwählen, wie diese bespielt werden sollen. Hier empfiehlt es sich oft auf externe Dienstleister oder Experten zurückzugreifen, da hier die richtigen Entscheidungen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
  • Strategieumsetzung: Ist klar welche Social Media-Plattformen benutzt werden sollen, geht es in dieser Phase darum diese einzurichten und mit Leben - in Form von Postings, Fotos und Videos - zu füllen. Im zweiten Schritt geht es darum möglichst viele Fans für die jeweilige Seite zu gewinnen, denn auch die beste Seite bringt nichts, wenn niemand diese kennt.
  • Evaluation: In der letzten Phase geht es darum den Erfolg der Online-Aktivitäten zu messen und darauf Rückschlüsse für kommende Maßnahmen zu gewinnen. Außerdem soll es durch eine ständige Überwachung der Seiten möglich sein, auf Fragen oder Kritik rasch reagieren zu können.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Internetrevolution durch Social Media das Kommunikationsverhalten stark verändert hat. Neben Unternehmen sind davon auch Fußballvereine mehr und mehr betroffen, da Fans deutlich aktiver am Kommunikationsprozess teilnehmen. Abzuraten ist aber von Aktionismus - im Gegenteil: Eine klare Strategie ist notwendig, um sich professionell zu präsentieren und die Vorteile ausnützen zu können. Diese muss aber für den Klub individuell gestaltet werden. Es ist davon auszugehen, dass die Bedeutung von Social Media auch in Zukunft weiter steigt.