Spielabbruch ohne Verschulden eines Vereins

Spielabbruch ohne Verschulden eines Vereins

OÖFV-Vizepräsident Dr. Richard Hargassner, Vorsitzender der Kommission Recht & Struktur, weist aus aktuellem Anlass auf die gültigen Vorschriften bei einem Spielabbruch ohne Verschulden eines Vereins hin.

Der § 30 Abs 2 der Meisterschaftsregeln des ÖFB sieht dazu vor:

Wird ein Spiel ohne Verschulden der beiden Vereine abgebrochen, so entscheidet über die Notwendigkeit der Neuaustragung das entsprechend den Regelungen des betreffenden Verbandes zuständige Gremium. Hierbei ist zu prüfen, ob in der noch restlichen Spielzeit eine entscheidende Änderung hätte herbeigeführt werden können. Unter bestimmten,  von den Verbänden festzulegenden Voraussetzungen, können diese bei Spielabbrüchen ohne Verschulden der beiden Vereine ein Nachholen der restlichen Spielzeit anordnen.

Aufgrund der beim OÖ FUSSBALLVERBAND derzeit geltenden Regelungen kann ein Nachholen der restlichen Spielzeit nicht angeordnet werden. Es besteht daher bei einem Spielabbruch ohne Verschulden eines Vereins für den Strafausschuss des Verbandes nur die Möglichkeit, das Spiel resultatsgemäß zu beglaubigen oder eine Neuaustragung anzuordnen. Eine resultatsgemäße Beglaubigung setzt aber zwingend voraus, dass in der noch restlichen Spielzeit eine entscheidende Änderung nicht mehr herbeigeführt hätte werden können. Wenn daher mit einer gewissen, wenn auch nur geringen Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit bestanden hätte, eine Resultatsänderung in der verbliebenen Spielzeit herbeizuführen, dann ist eine Neuaustragung des Spiels anzuordnen. Dass diese Beurteilung im Einzelfall schwierig ist und von den vom Spielabbruch betroffenen Vereinen unterschiedlich gesehen wird, liegt in der Natur der Sache. Die einzelnen Strafausschüsse des Verbandes gewährleisten hier schon durch ihre Zusammensetzung aus Juristen, Schiedsrichtern und Praktikern eine objektive Entscheidung.

In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass beim Wiederholungsspiel die Platzwahl gewahrt bleibt. Der Termin wird vom Verband bestimmt. Wenn in den Verbänden (wie auch beim OÖ FUSSBALLVERBAND) keine andere Regelung besteht, sind die Nettoeinnahmen zu gleichen Teilen zu teilen (§ 30 Abs 3 der Meisterschaftsregeln des ÖFB).

Hinweis:
Der Vorstand wird sich in seiner nächsten Sitzung darüber beraten, ob er eine Regelung einführt, die die Möglichkeit vorsieht, bei einem Spielabbruch ohne Verschulden eines Vereins, die restliche Spielzeit nachspielen zu lassen. Bislang wurde dies von den Vereinen überwiegend abgelehnt. Die Vereine werden hiermit aber eingeladen, dazu eine Stellungnahme an den Verband (per Mail an mayrhofer@ooefv.at) abzugeben.