Sporttaping im Fußball

Sporttaping im Fußball

Mit Kinesio- und Starre-Tapes kann man Verletzungen kurieren, Muskeln lockern, Gelenke stabilisieren und den Lymphfluss anregen. "Xundheit"-Physiotherapeut Bernhard Resl erläutert die verschiedenen Form von Tapes und wann sie zur Anwendung kommen.

Bei Sportevents sieht man kaum noch Athleten ohne Tapes am Körper. Sei es zur Behandlung von muskulären Verspannungen oder zum Stabilisieren von Gelenken , egal ob beim Fußball oder Beachvolleyball - seit Jahren gibt es kein Vorbeikommen mehr an den bunten Streifen. Die funktionelle Verbandtechnik, kurz Taping genannt, ist also eine seit vielen Jahren in der Praxis bewährte und durch zahlreiche Untersuchungen belegte Behandlungs- und Vorsorgemethode für Prophylaxe, Verletzungen oder bei degenerativen Veränderungen. Das Taping orientiert sich an der funktionellen Anatomie sowie der Biomechanik des Körpers, wird mit starren oder elastischen Tapes durchgeführt und kommt schon lange nicht mehr nur im Spitzensport zum Einsatz.

Welche verschiedene Arten gibt es?
Die starren Tapes kommen zum Einsatz, um Gelenke vor extremen Belastungen zu schützen beziehungsweise um bei vorhandenen Verletzungen das Gelenk zu stützen und zu schützen. Ein solcher Verband erlaubt die funktionelle Belastung im schmerzfreien Bereich und unterstützt so auch die Heilung. Sehr häufig werden vor Wettkämpfen - und somit bei großen Belastungen - bei Fußballern oder Tennisspielern die Sprunggelenke getaped oder bei Volley- und Handballern die Fingergelenke durch Tapes geschützt. Die starren Tapes sollten aber nicht permanent zum Einsatz kommen, da ansonsten die Muskulatur, die gemeinsam mit einem intakten Kapsel- und Bandapparat ein Gelenk schützen soll, verkümmert und dann erst recht nicht die stabilisierende Funktion übernehmen kann. Daher wirklich nur bei Verletzungen oder bei hohen Belastungen bei bekannten Instabilitäten ein Gelenk tapen. Heißt in der Praxis: Hat ein Fußballer ein instabiles Sprunggelenk, dann macht es aufgrund der Stop-and-Go-Belastung Sinn, vor dem Hallenkickerl auf ein Tape zurückzugreifen. Die mittlerweile bekannteren elastischen Kinesiotapes finden ihr Einsatzgebiet zum Großteil bei Verhärtungen der Muskulatur, bei Schwellungen und bei Schmerzen des Bewegungsapparates. Durch die Tapes wird die oberste Hautschicht leicht angehoben und soll so den Blut- und Lymphfluss anregen und Verspannungen und Schmerzen lindern. Die elastischen Tapes werden immer mit Zug auf die betroffenen Areale geklebt und orientieren sich an den anatomischen Gegebenheiten und schmerzbedingten Ursachen. Ein Kinesotape kann seine volle Wirkung und Funktion aber nur entfalten, wenn es sich perfekt mit der Haut verklebt.

Wichtige Tipps
Wir erleben in der Praxis immer wieder, dass die elastischen Tapes bei manchen Patienten nicht ausreichend fest kleben und empfehlen daher sich fürs Tapen an folgende Maßnahmen zu halten:

  • Die Haut muss sauber und frisch gewaschen sein. Es dürfen keine Rückstände von Salben, Cremes oder Gel vorhanden sein.
  • Bitte keine Cremeduschmittel verwenden. Speziell Frauen duschen sich gerne mit Lotionen oder tragen nach dem Waschen eine Bodylotion auf - auch viele Stunden später ist die Haut noch so "fettig", dass die Tapes nicht halten.
  • Haare wegrasieren oder zumindest trimmen: Gerade bei behaarten Männern ist es unmöglich ein Kinesiotape anzubringen, da einfach zu wenig direkter Hautkontakt möglich ist, wenn überall lange Haare sind. Durch den Zug, mit dem das Tape angebracht wird, ist viel Hautkontakt notwendig, damit es bei Bewegung auch mehrere Tage hält. Bei einem starren Tape stören die Haare nicht - aber beim Entfernen kann es für den Patienten schmerzhaft werden.

Gute Hautverträglichkeit
Tapes wirken neben dem psychologischen Faktor rein mechanisch und haben keine Wirkstoffe aufgetragen. Sie bestehen aus Baumwolle und sind meist mit hautverträglichem Acryl-Kleber versehen. Grundsätzlich werden Tapes von der Haut sehr gut vertragen und können problemlos mehrere Tage getragen werden, wobei die Funktion des Tapes immer mehr an Wirkung verliert, je länger es getragen wird. So wird ein starres Tape mit der Zeit durch die Belastung und Bewegung, durch Schweiß, Wasser und Wärme weicher und stützt nicht mehr sehr gut und die elastischen Kinesiotapes werden bei langem Tragen ausgedehnt und können in ihrer Funktion nicht mehr wie gewollt wirken. In der Regel empfehlen wir unseren Patienten nach 3-5 Tagen die Taps zu entfernen und bei Juckreiz, stärker werdenden Schmerzen - wenn ein Gelenk anschwillt, schnürt das Tape ein - oder Ablösen das Tape sofort komplett zu entfernen.

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