Topexporte am Fußball-Globus

Topexporte am Fußball-Globus

An der "Renaissance" des Nationalteams sind einige Oberösterreicher ebenso maßgeblich beteiligt wie an den Erfolgen ihrer Profivereine im In- und Ausland, bei denen sich Wimmer, Zulj, Dobras & Co. hervorragend in Szene setzen. Viele der jetzt so erfolgreichen Aushängeschilder unseres Bundeslandes profitieren dabei von einer zielführenden Ausbildungsschiene, deren sportliche Reifeprüfung in den Akademien erfolgt. Die Bilanz eines sich dem Ende zuneigenden Jahres 2015 . . .

 

Florian Klein, Heinz Lindner und Kevin Wimmer ließen sich minutenlang vor dem euphorischen Sektor der rot-weiß-roten Fans feiern, nach ÖFB-Präsident Leo Windtner wurde Sportdirektor Willi Ruttensteiner von der Spielertraube in die Luft geschleudert, während mit Gerhard Zallinger auch dem Puckinger Sportwissenschafter im Stab von Marcel Koller die pure Freude ins Gesicht geschrieben war . . . Die Jubelszenen in der Stockholmer Friends Arena bleiben für Österreichs Fußballfamilie nach dem grandiosen 4:1-Sieg gegen Schweden und der damit fixierten Qualifikation zur Europameisterschaft unvergessen - und lieferten gleichzeitig den Beweis, dass auch ein großes Stück Oberösterreich im ÖFB-Erfolgspuzzle und damit am EURO-Zug 2016 dabei ist. Doch auch in den heuer ebenso sehr erfolgreichen Nachwuchsauswahlen tummeln sich einige Kicker aus unserem Bundesland. Insgesamt 36 Oberösterreicher/innen ( HIER geht's zur Übersicht) durften sich im Jahr 2015 über eine Nominierung in einen ÖFB-Kader freuen, darunter übrigens zahlreiche aufstrebende weibliche Talente.

Zwölf Legionäre aus Oberösterreich
Die Aushängeschilder aus unserem Bundesland zeigen aber nicht nur mit Einberufungen ins Nationalteam auf, sondern unterstreichen ihre Qualität auch außerhalb der Grenzen. Zwölf Oberösterreicher haben einen Profivertrag im Ausland, allein acht davon in Deutschland ( HIER geht's zur Übersicht). So ist etwa Florian Klein regelmäßig im Stuttgart-Dress in der höchsten Spielklasse im Land des Weltmeisters im Einsatz. Mit Kevin Wimmer hat der ehemalige Abwehrchef des 1. FC Köln im Sommer eine neue Herausforderung gesucht und ist für kolportierte sechs Millionen Euro in die Premier League zu den Tottenham Hotspurs gewechselt. Eine noch größere Dimension hatte der Wechsel von Mateo Kovacic: Der Kroate, der in Linz aufgewachsen ist und dort auch das LAZ des OÖ FUSSBALLVERBANDES besucht hat, ist nach Stationen bei Dinamo Zagreb und Inter Mailand bei einer der absoluten Topadressen des Weltfußballs gelandet. Real Madrid war der 21-Jährige Mittelfeldspieler über 30 Millionen wert.

FAL-Talente in der Auslage
Zur AS Roma ging es dafür für Denis Omic. Nach achtjähriger Ausbildung bei der SV Ried wechselte er im Alter von 16 Jahren in die italienische Hauptstadt. "Wir sehen diesen Transfer natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits macht es uns stolz, weil es zeigt, dass unsere Talente auch international im Fokus stehen. Andererseits geht es uns dabei wie allen anderen Klubs in Österreich, die ihre Talente ins Ausland verlieren", erklärt Ried-Manager Stefan Reiter. Etwas anders ist die Lage bei der Fußballakademie Linz, die vom OÖ FUSSBALLVERBAND geführt wird und keinen unmittelbaren Anschluss an einen heimischen Bundesliga-Verein hat. Nichtsdestotrotz haben in den letzten Jahren zahlreiche Talente den Sprung in den Profifußball geschafft. Im Herbst hat sich neben dem Duo Simon Piesinger und Kristijan Dobras bei Sturm Graz vor allem das Trio Markus Blutsch, Peter Zulj und Toni Vastic beim tollen Saisonstart von Admira Wacker gut in Szene gesetzt. Und verständlicherweise setzen auch Oberösterreichs Topvereine auf die die der FAL ausgebildeten Kicker: In Ried ist ein Quartett am Werk, der LASK hat fünf Absolventen im Kader. Sechs Spieler sind aktuell im Ausland unter Vertrag, neben den bereits erwähnten Kevin Wimmer sind das Robert Zulj, Thomas Piermayr, Orhan Vojic, Sebastian Wimmer und Marcel Büchel, der in der italienischen Serie A für Empoli spielt. Womit derzeit gesamt 30 ehemalige FAL-Schützlinge im Profibereich Fuß gefasst haben ( HIER geht's zur Übersicht).

Talenteschmiede mit Konzept
Also genug Vorbilder für die 75 Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren, die gerade in Linz ausgebildet werden und wöchentlich in der ÖFB-Jugendliga am Prüfstand stehen, die im August in ihre 27. Saison gestartet ist. Die größten heimischen Nachwuchstalente treten in je zwölf Teams in den drei Altersklassen U15, U16 und U18 an. Mit diesem Bewerb wurde 1989 eine neue Epoche im österreichischen Nachwuchsfußball eingeleitet. Die Akademien und die ÖFB-Jugendliga sind ein wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes des "Österreichischen Weges" . Zielsetzung ist die systematische und flächendeckende Erfassung und Ausbildung talentierter Jugendlicher zu Leistungssportlern, was bei zahlreichen aktuellen Nationalspielern gelungen ist. "Als Verband stellen wir uns jährlich der Herausforderung, auf zwei Ebenen das Optimum zu erreichen: Wir schaffen gute Rahmenbedingungen für 376 Vereine an der Basis, während wir gleichzeitig mit der Arbeit der Nachwuchseliteeinrichtungen einen bemerkenswerten Beitrag zum heimischen Spitzenfußball leisten", erklärt OÖFV-Präsident Gerhard Götschhofer.